Naturlehrpfad

 

Vögel im Gessental

Sonderstation

Lebendige Natur

Hier im Gessental kommen etliche Vogelarten vor. Einige davon stellen wir auf dieser Seite vor. Es gibt Höhlen-/ Nischenbrüter und Freibrüter.

Höhlen- und Nischenbrüter

Blaumeise

Kohlmeise

Feldsperling

Star

Waldbaumläufer

Kleiber

Freibrüter

Rotmilan

Neuntöter

Goldammer

Vögel gehören zu den auffälligsten Bewohnern unserer Landschaften. Allein in Deutschland kommen mehr als 250 Brutvogelarten vor – von den winzigen Meisen bis zum Rotmilan mit seiner beeindruckenden Spannweite von fast 2 Metern. Jede Art erfüllt wichtige Aufgaben im Naturhaushalt und trägt dazu bei, dass unsere Ökosysteme im Gleichgewicht bleiben.

Viele Singvögel ernähren sich während der Brutzeit überwiegend von Insekten und deren Larven. Ein einziges Meisenpaar bringt seinen Jungen innerhalb weniger Wochen mehrere Tausend Raupen, Käfer oder Fliegen. Dadurch helfen Vögel, natürliche Schädlingspopulationen zu regulieren. Andere Arten verbreiten Samen oder tragen durch das Fressen von Früchten zur Ausbreitung vieler Pflanzen bei. Greifvögel wiederum halten die Bestände kleiner Säugetiere im Gleichgewicht und übernehmen damit eine wichtige Rolle in der Nahrungskette.

Vögel reagieren empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt. Ihr Vorkommen verrät viel über die Qualität eines Lebensraumes. Artenreiche Vogelbestände wie hier im Gessental sind deshalb ein wertvoller Hinweis auf eine gesunde Natur.

Jeder kann zum Vogelschutz beitragen – durch naturnahe Gärten, den Erhalt alter Bäume und Hecken, den Verzicht auf Pestizide sowie den Schutz geeigneter Brutplätze.

Wo Vögel wie hier im Gessental genügend Nahrung, sichere Nistmöglichkeiten und Ruhe finden, profitieren auch viele weitere Tier- und Pflanzenarten.

DER VOGELFLUG

Vögel sind perfekt an das Fliegen angepasst. Ihre Federn, ihre leichten und stabilen Knochen und ihre kräftige Muskulatur machen sie zu erstaunlichen Meistern der Lüfte. Das hat Menschen schon immer fasziniert. Vogelknochen sind leicht und gleichzeitg sehr stabil. Viele sind nämlich hohl und mit Streben verstärkt – das ist ideal für die Belastungen beim Flug. Durch die Form und die Bewegung von Flügeln und Schwanz können Vögel steigen, gleiten, manövrieren und landen.

Höhlenbrüter

Höhlenbrüter ziehen ihren Nachwuchs geschützt in Baumhöhlen, Spalten oder geeigneten Nistkästen auf. Da natürliche Höhlen in alten Bäumen vielerorts fehlen, können Vogelkästen als Nisthilfen einen wichtigen Ersatz bieten. Größe und Einflugöffnung müssen zur jeweiligen Vogelart passen.

Kästen für verschiedene Höhlenbrüter

Regeln für gute Nistkästen

Einflugloch und Innenraum passen zur Größe der Vogelart

Kleine Löcher schützen vor größeren Konkurrenten

Aufhackschutz und Dachüberstand schützen vor Fressfeinden

Spezialkästen ersetzen Rindenspalten und enge Nischen

Anbringung mindestens 2 – 3 m über dem Boden 

Ausrichtung wetterabgewandt und nicht zu sonnig

Für Befestigung an Bäumen nur Aluminiumnägel oder -schrauben verwenden – Stahl würde den Baum schädigen 

Jährliches Ausräumen der Kästen empfohlen (Herbst/Winter)

Entlang des Naturlehrpfades Süd wurden bereits rund 50 Nistkästen angebracht. Mit weiteren Nisthilfen schafft der BUGA-Förderverein zusätzliche Brutplätze für Höhlenbrüter. Schauen Sie, ob Sie bei einem Besuch des Gessentales Nistkästen entdecken!

Wissenschaftlicher Name
Cyanistes caeruleus
Zugverhalten
überwiegend Standvogel, teils umherstreifend
Größe
10,5 – 12 cm
Brut

April – August,

Gelege: 6 – 14 Eier

BLAUMEISE

Die Blaumeise (Cyanistes caeruleus) gehört zu den kleinsten und farbenprächtigsten Vögeln unserer Wälder, Parks und Gärten. Erwachsene Tiere sind an der blauen Kopfplatte, den blauen Flügel- und Schwanzfedern, den weißen Wangen und der gelben Unterseite gut zu erkennen. Ein dunkler Augenstreif zieht sich quer durch das Gesicht. Junge Blaumeisen wirken matter und zeigen zunächst eher gelbliche Wangen. Mit nur etwa zwölf Zentimetern Körperlänge ist die Art deutlich kleiner als die Kohlmeise.

Blaumeisen leben vor allem dort, wo Laubbäume wachsen. Besonders wichtig sind Eichen, weil sich an ihnen viele Raupen und andere kleine Gliederfüßer finden. Die Vögel suchen ihre Nahrung geschickt in der äußeren Baumkrone, hängen kopfüber an dünnen Zweigen und untersuchen Knospen, Blätter und Rinde. Im Frühjahr und Sommer stehen Insekten, Raupen und Spinnen im Mittelpunkt. Für die Aufzucht der Jungen ist diese eiweißreiche Kost entscheidend. Im Herbst und Winter kommen Samen und andere pflanzliche Nahrung hinzu. Dann besuchen Blaumeisen auch Futterstellen.

Die Art bleibt gewöhnlich das ganze Jahr in ihrem Gebiet. Bereits an milden Winter- und Vorfrühlingstagen ist ihr heller, oft mit einem feinen „tii-tii“ beginnender Gesang zu hören. Gegenüber anderen kleinen Vögeln kann die Blaumeise erstaunlich durchsetzungsfähig sein. Außerhalb der Brutzeit schließt sie sich häufig gemischten Trupps mit Kohlmeisen, Kleibern und Baumläufern an. Gemeinsam ziehen diese Vögel durch Gehölze und finden dabei leichter Nahrung und warnen einander vor Gefahren.

Als Höhlenbrüter baut die Blaumeise kein frei sichtbares Nest. Sie nutzt natürliche Baumhöhlen, alte Spechthöhlen, passende Spalten oder einen Nistkasten. Das Weibchen trägt Moos, trockene Halme, Tierhaare und Federn ein und formt daraus eine weiche Nestmulde. Während der Jungenaufzucht fliegen die Eltern unzählige Male mit kleinen Raupen und Insekten zur Höhle. Wandernde sollten besetzte Höhlen und Kästen aus Abstand beobachten und keinesfalls öffnen.

Eine geeignete künstliche Nisthilfe ist ein kleiner Höhlenbrüterkasten mit einem runden Einflugloch von 26 bis 28 Millimetern. Diese geringe Öffnung passt zur Blaumeise und erschwert größeren Arten den Zugang. Eine Sitzstange vor dem Loch ist nicht nötig; sie kann Räubern sogar das Festhalten erleichtern. Der Kasten ersetzt jedoch keinen alten Baum. Bäume mit Höhlen, abgestorbenen Ästen und rauer Rinde bieten neben Brutplätzen auch Nahrung und Verstecke. Deshalb ist der Erhalt alter Laubbäume der wirksamste langfristige Schutz.

Im Gessental kann man Blaumeisen besonders an Waldrändern, in laubholzreichen Abschnitten, an Obstbäumen und in gehölzreichen Siedlungsbereichen erwarten. Der genaue Brutstatus an einem einzelnen Standort lässt sich nur durch Beobachtungen während der Brutzeit sicher bestätigen. Wer eine Blaumeise entdeckt, kann auf ihre akrobatische Nahrungssuche achten: Kaum ein anderer Vogel turnt so leicht an den äußersten Zweigspitzen.

Bei der Beobachtung hilft es, zuerst auf die Stimme zu achten und anschließend die dünnen äußeren Zweige abzusuchen. Blaumeisen sind klein und ständig in Bewegung. Im Winter kann sauberes Futter unterstützen, wichtiger für die dauerhafte Förderung sind jedoch heimische Gehölze, natürliche Insektenvielfalt und sichere Brutnischen. Katzen sollten in der Nähe bekannter Brutplätze nicht frei jagen.

Fachquelle zur Art: NABU-Vogelporträt Blaumeise
Wissenschaftlicher Name
Parus major
Zugverhalten
überwiegend Standvogel, teils Zuzug/Umherstreifen
Größe
13 – 15 cm
Brut

März bis August,

Gelege: 6 – 12 Eier

KOHLMEISE

Die Kohlmeise (Parus major) ist die größte und kräftigste heimische Meise. Ihr schwarzer Kopf mit großen weißen Wangen, die gelbe Unterseite und der schwarze Längsstreifen auf Brust und Bauch machen sie leicht kenntlich. Der Rücken ist olivgrün, Flügel und Schwanz wirken blaugrau. Bei Männchen ist der schwarze Bauchstreif meist breiter und deutlicher als bei Weibchen, doch dieses Merkmal ist nicht in jeder Situation sicher zu beurteilen.

Kohlmeisen sind anpassungsfähig. Sie leben in Laub- und Mischwäldern, Feldgehölzen, Parks, Gärten und alten Obstbeständen. Entscheidend sind Bäume oder andere Strukturen mit geeigneten Höhlen. Bei der Nahrungssuche bewegen sie sich durch Zweige, untersuchen Rinde und Blätter und kommen häufig auch auf den Boden. Im Frühjahr und Sommer fressen sie vor allem Insekten, Spinnen, Blattläuse und Raupen. Die Jungen werden überwiegend mit kleinen wirbellosen Tieren versorgt. Im Herbst und Winter gewinnen Samen und Nüsse an Bedeutung; dann sind Kohlmeisen regelmäßige Gäste an Futterstellen.

Ihr Gesang ist abwechslungsreich. Besonders bekannt ist ein zweisilbiges, wiederholtes Motiv, das wie „zi-zi-bäh“ oder „teacher-teacher“ klingen kann. Kohlmeisen besitzen jedoch viele Varianten, sodass derselbe Vogel mitunter mehrere unterschiedliche Strophen singt. Sie sind überwiegend Standvögel und können daher zu jeder Jahreszeit beobachtet werden. Im Winter ziehen sie häufig gemeinsam mit anderen Meisen, Kleibern und Baumläufern umher.

Die Kohlmeise ist ein Höhlenbrüter. Natürliche Baumhöhlen, alte Spechtlöcher, Maueröffnungen und geeignete Nistkästen können als Brutplatz dienen. Das Weibchen baut ein Nest aus Moos, Wurzeln und Pflanzenfasern und polstert es mit Haaren und Federn aus. Die Eltern tragen während der Jungenzeit große Mengen an Insekten ein. Wer eine Brutstätte entdeckt, sollte Abstand halten: Häufiges Annähern kann die Altvögel beunruhigen und außerdem Beutegreifer auf den Nistplatz aufmerksam machen.

Für Kohlmeisen eignet sich ein klassischer Höhlenbrüterkasten mit einem Einflugloch von ungefähr 32 Millimetern. Eine Sitzstange ist nicht erforderlich. Der Innenraum muss größer sein als bei sehr kleinen Meisenkästen, und der Kasten sollte sich zur Reinigung außerhalb der Brutzeit öffnen lassen. Auch Kleiber oder Feldsperlinge können Kästen mit ähnlicher Öffnung nutzen; eine Belegung durch eine andere heimische Art ist daher kein Fehler.

Nistkästen helfen nur bei einem Teil der Lebensraumansprüche. Kohlmeisen brauchen zugleich insektenreiche Bäume, Sträucher und ungestörte Bereiche. Heimische Gehölze und der Verzicht auf Insektengifte fördern ihre natürliche Nahrung. Alte Höhlenbäume sollten erhalten werden, sofern von ihnen keine unmittelbare Gefahr ausgeht.

Im Gessental sind Kohlmeisen in bewaldeten und gehölzreichen Bereichen gut vorstellbar. Ihr kräftiger Ruf und der kontrastreiche Kopf machen sie auch für Kinder zu einer leicht beobachtbaren Einstiegsart. Die Art eignet sich gut, um Vogelverhalten zu vergleichen: Am Stamm wirkt sie kräftiger als eine Blaumeise, im Geäst bewegt sie sich weniger extrem. Das häufige Anfliegen einer bestimmten Höhle kann auf eine Brut hindeuten. Dann gilt: nicht direkt darunter stehen, nicht klopfen und keine Tonaufnahmen abspielen. Ruhiges Beobachten aus einiger Entfernung ermöglicht meist die besseren Einblicke.

Fachquelle zur Art: NABU-Vogelporträt Kohlmeise
Wissenschaftlicher Name
Passer montanus
Zugverhalten
überwiegend Standvogel
Größe

12,5 – 14,5 cm

Brut

August/Anfang September,

Gelege: 4 – 7 Eier

FELDSPERLING

Der Feldsperling (Passer montanus) ist ein kleiner, geselliger Sperling der offenen Kulturlandschaft. Im Unterschied zum Haussperling trägt er eine vollständig kastanienbraune Kopfplatte. Auf den weißen Wangen sitzt jeweils ein deutlich schwarzer Fleck, unter dem Schnabel befindet sich ein kleiner schwarzer Kehlfleck. Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus. Dadurch ist die Art, sobald man auf Kopf und Wangen achtet, gut vom Haussperling zu unterscheiden.

Typische Lebensräume  des Feldsperlings sind strukturreiche Feldfluren, Streuobstwiesen, Feldgehölze, Hecken, Gärten und ruhige Dorfränder. Er braucht eine Mischung aus offenen Flächen zur Nahrungssuche und Bäumen, Gebäuden oder anderen Strukturen mit Höhlen. Oft hält er sich in kleinen Gruppen auf. Außerhalb der Brutzeit können größere Schwärme gemeinsam über Stoppelfelder, Brachen oder Wegränder ziehen.

Erwachsene Feldsperlinge fressen überwiegend Samen von Gräsern, Kräutern und Getreide. Für die Jungen sind Insekten und deren Larven besonders wichtig, weil sie viel Eiweiß enthalten. Eine Landschaft wie hier im Gessental, in der Ackerränder, blütenreiche Säume und ungespritzte Bereiche erhalten bleiben, bietet deshalb deutlich bessere Bedingungen als eine ausgeräumte, intensiv behandelte Fläche. Auch Hecken sind wertvoll. Denn sie liefern Schutz, Samen und Insekten und verbinden verschiedene Teilhabitate.

Der Feldsperling ist ein Höhlenbrüter. Er nutzt natürliche Baumhöhlen, alte Spechtlöcher, Hohlräume an Gebäuden und Nistkästen. Mehrere Paare brüten gern in lockerer Nachbarschaft. Das Nest besteht aus Halmen, Gras, Federn und anderem weichem Material und kann den Hohlraum weitgehend ausfüllen. Weil Feldsperlinge ganzjährig in Mitteleuropa bleiben, werden geeignete Höhlen auch außerhalb der Brutzeit als Schutz- und Schlafplatz aufgesucht.

Als Nisthilfe eignet sich ein Höhlenbrüterkasten mit einem Einflugloch von etwa 32 mm. Wo genügend Nahrung und Deckung vorhanden sind, können mehrere Kästen angeboten werden, denn die Art ist sozialer als etwa viele Meisen. Aber Kästen allein reichen nicht aus. Fehlen samentragende Wildkräuter und Insekten, bleibt selbst ein guter Nistplatz ungenutzt oder die Jungenaufzucht wird erschwert.  

Der Feldsperling hat leider in vielen Regionen Bestandsverluste erlitten. Ursachen sind unter anderem der Wegfall von Hecken, Feldrainen, alten Obstbäumen und Gebäudenischen sowie der Rückgang von Insekten und Wildsamen. Helfen kann daher eine Kombination aus Höhlenschutz, vielfältigen Gehölzen, blütenreichen Säumen und einer schonenden Bewirtschaftung. Alte Obstbäume mit Höhlen sollten zum Vogelschutz möglichst erhalten werden, auch wenn sie nur noch wenige Früchte tragen.

Im Raum des Gessentals passt die Art vor allem zu Übergängen zwischen Gehölzen, Wiesen, Feldern und Siedlungsrändern. Bei einer Beobachtung lohnt es sich, nicht nur auf den „Spatz“ zu achten, sondern den Kopf genau anzusehen: braune Kappe und schwarzer Wangenfleck weisen auf den Feldsperling hin. Ob er an einem bestimmten Standort tatsächlich brütet, lässt sich am sichersten durch ruhige Beobachtungen während der Brutzeit feststellen. In gemischten Sperlingstrupps lohnt sich ein genauer Blick mit dem Fernglas. Feldsperlinge zeigen stets den dunklen Wangenfleck und die braune Kappe; beim Haussperling unterscheiden sich die Geschlechter stärker. An möglichen Brutplätzen sollte das Fotografieren jedoch aus ausreichender Entfernung erfolgen, damit die Altvögel ungehindert füttern können.

Fachquelle: NABU-Vogelporträt Feldsperling

Wissenschaftlicher Name

Sturnus vulgaris

Zugverhalten
Teilzieher/Kurzstreckenzieher, teils Standvogel
Größe

21 – 22 cm

Brut

April – Juni/Juli,

Gelege: 4 – 7 Eier

STAR

Der Star (Sturnus vulgaris) wirkt aus der Ferne oft einfach schwarz. Aus der Nähe zeigt sein Gefieder jedoch einen metallischen Glanz in Grün, Violett und Bronze. Im Herbst und Winter sind zahlreiche helle Spitzenflecken zu sehen, die sich jedoch bis zum Frühjahr abnutzen. Der erwachsene Star ist etwa amselgroß, aber kompakter gebaut und besitzt einen kürzeren Schwanz. Auf dem Boden läuft er meist aufrecht umher, während Amseln häufiger hüpfen.

Stare nutzen eine große Vielfalt an Lebensräumen. Wichtig ist die Verbindung von geeigneten Bruthöhlen mit offenen, kurzrasigen Flächen zur Nahrungssuche. Deshalb findet man sie allgemein an Waldrändern, in Parks, Gärten, Obstwiesen, Dörfern und landwirtschaftlich geprägten Gebieten. Auf Wiesen stochern sie mit dem Schnabel nach Insekten, Larven und anderen wirbellosen Tieren. Später im Jahr fressen sie außerdem Kirschen, Beeren und andere Früchte.

Besonders auffällig ist die Stimme des Stars. Ein singendes Männchen pfeift, knarrt, schnalzt und imitiert Rufe anderer Vögel oder Geräusche aus seiner Umgebung. Das können auch künstliche Geräusche sein, wie etwa Türklingeln. Dabei sitzt es oft gut sichtbar an einer Baumspitze, auf einem Dach oder nahe der Bruthöhle und bewegt die Flügel. Die Nachahmungen können so überzeugend sein, dass selbst erfahrene Beobachtende kurz getäuscht werden.

Der Star ist ein Höhlenbrüter. Er nutzt alte Spechthöhlen, natürliche Fäulnishöhlen, Hohlräume an Gebäuden und geräumige Nistkästen. Das Nest wird aus trockenem Gras, Halmen, Blättern und Federn gebaut. Während der Jungenaufzucht tragen die Eltern viele wirbellose Tiere ein. Geeignete Brutplätze liegen möglichst nah an nahrungsreichen Wiesen oder Weiden, damit die Altvögel keine langen Wege zurücklegen müssen.

Ein Starenkasten ist deutlich größer als ein Meisenkasten. Bewährt ist ein Einflugloch von etwa 45 mm sowie ein entsprechend größerer Innenraum. Da auch andere Höhlenbrüter einen solchen Kasten nutzen können, sollte die Art des tatsächlichen Bewohners anhand der Vögel und nicht allein am Kastentyp bestimmt werden. Das Öffnen eines besetzten Kastens ist zu vermeiden.

Außerhalb der Brutzeit sind Stare besonders gesellig. Sie sammeln sich auf Nahrungsflächen und bilden zum Schlafen große Schwärme. Ihre gemeinsam ausgeführten Flugmanöver können wie eine bewegliche Wolke wirken und dienen vermutlich unter anderem dem Schutz vor Greifvögeln. Ein Teil der mitteleuropäischen Stare zieht im Herbst nach Südwesten, andere bleiben oder wandern nur kurze Strecken. 

Der Schutz alter Höhlenbäume ist für den Star entscheidend. Ebenso wichtig sind extensiv genutzte Wiesen, Weiden, Obstbestände und insektenreiche Säume. Nistkästen können fehlende Höhlen teilweise ersetzen, aber nicht den Verlust der Nahrungsflächen.

Im Gessental ist der Star besonders dort zu erwarten, wo alte Bäume und offene Wiesen nahe beieinanderliegen. Ein guter Beobachtungstipp ist, auf seine gerade Laufweise, den kurzen Schwanz und die überraschend vielseitigen Geräusche zu achten.

Stare eignen sich besonders gut für jahreszeitliche Beobachtungen. Die hellen Federspitzen sind nach der Mauser im Herbst deutlich und werden bis zum Frühjahr zunehmend abgerieben. Das glänzende Brutkleid entsteht also nicht durch eine neue Frühjahrsmauser. Wer einen singenden Star längere Zeit hört, kann versuchen, einzelne nachgeahmte Vogelrufe zu erkennen.

Fachquelle zur Art: NABU-Vogelporträt Star

Wissenschaftlicher Name
Certhia familiaris
Zugverhalten

Standvogel

Größe
12,5 – 14,5 cm
Brut

April – August,

Gelege: 5 – 6 Eier

WALDBAUMLÄUFER

Der Waldbaumläufer (Certhia familiaris) ist ein kleiner, unauffälliger Spezialist für Baumstämme. Seine Oberseite ist braun, beige und weiß gemustert. Dadurch verschmilzt der Vogel optisch fast vollständig mit der Borke. Seine Unterseite wirkt hell bis silbrig weiß. Ein heller Überaugenstreif, der dünne nach unten gebogene Schnabel und der lange Hinterzeh helfen bei der Bestimmung. Vom sehr ähnlichen Gartenbaumläufer ist er im Gelände oft nur anhand einer Kombination aus Stimme, Färbung und Lebensraum sicher zu unterscheiden.

Waldbaumläufer leben vor allem in Wäldern mit älteren Bäumen. Häufig werden Nadelwälder sowie Misch- und Laubwälder genutzt. Entscheidend sind strukturreiche Stämme mit rauer Rinde, unter der sich Nahrung versteckt. Der Vogel beginnt seine Suche meist weit unten am Stamm und klettert in kleinen Sprüngen spiralförmig nach oben. Danach fliegt er zum Fuß des nächsten Baumes und beginnt erneut. Kopfüber hinab läuft er im Gegensatz zum Kleiber normalerweise nicht.

Mit seinem feinen, gebogenen Schnabel holt der Waldbaumläufer kleine Insekten, Larven und Spinnen aus Rindenspalten. Die steifen Schwanzfedern dienen dabei als Stütze. Weil diese Nahrung auch im Winter unter der Rinde zu finden ist, bleibt die Art ganzjährig hier. In der kalten Jahreszeit kann sie sich gemischten Trupps mit Meisen, Kleibern und anderen kleinen Waldvögeln anschließen.

Auch beim Nestbau ist der Waldbaumläufer an Baumspalten angepasst. Er brütet hinter abstehender Rinde, in schmalen Rissen, in Spalten an Stämmen oder gelegentlich in anderen engen Hohlräumen. Das Nest besteht unter anderem aus feinen Zweigen, Rindenstücken, Moos und weichem Pflanzenmaterial. Solche Plätze entstehen vor allem an alten, grobborkigen oder teilweise geschädigten Bäumen. Ihr Erhalt ist deshalb besonders wichtig.

Ein gewöhnlicher Meisenkasten entspricht dieser Nistweise nicht. Geeignet ist ein spezieller Baumläuferkasten: Er wird eng an einen Baumstamm gesetzt, besitzt keine geschlossene Rückwand und bietet seitliche Einschlupföffnungen. So ahmt er den geschützten Raum hinter loser Rinde nach. Der Stamm bildet gewissermaßen die Rückseite der Nisthöhle. Solche Kästen können gelegentlich auch von anderen kleinen Tieren genutzt werden.

Der wirksamste Schutz besteht in strukturreichen, alten Waldbeständen. Abstehende Rinde, Totholz und rissige Stämme sollten erhalten bleiben, soweit die Verkehrssicherheit es zulässt. Ein „aufgeräumter“ Wald mit überwiegend gleichaltrigen, glattrindigen Bäumen bietet deutlich weniger Nischen und Nahrung. Auch der Verzicht auf Insektengifte ist hilfreich.

Im Gessental kann man den Waldbaumläufer besonders in älteren, ruhigen Waldabschnitten finden. Am besten bleibt man stehen und beobachtet die unteren Stammabschnitte: Ein winziger brauner Vogel, der ruckweise nach oben läuft und dann zum nächsten Stammfuß fliegt, ist ein guter Hinweis. Wegen der Ähnlichkeit zum Gartenbaumläufer sollte eine exakte Bestimmung nicht allein auf einem kurzen Blick beruhen. Gesang oder Ruf können bei der sicheren Zuordnung entscheidend sein.

Für Kinder ist ein kleines Suchspiel möglich: Welcher Vogel beginnt unten, läuft hinauf und fliegt wieder nach unten zum nächsten Baum? Dabei sollte man auf den Wegen bleiben und Ferngläser statt Annäherung nutzen. Die Tarnung zeigt, wie eng Körperbau und Lebensraum zusammenpassen. Selbst ein guter Spezialkasten bleibt daher nur Ergänzung, wenn alte Bäume und natürliche Rindentaschen fehlen.

Fachquelle zur Art: NABU-Vogelporträt Waldbaumläufer

Fachquelle zum Spezialkasten (NABU Bremen): Baumläufer-Spezialnistkasten

Wissenschaftlicher Name
Sitta europaea
Zugverhalten

Standvogel

Größe
12,5 – 14,5 cm
Brut

März/April – Juni/Juli,

Gelege: 5 – 9 Eier

KLEIBER

Der Kleiber (Sitta europaea) ist ein kompakter Klettervogel mit blaugrauer Oberseite, heller bis rostbeiger Unterseite und einem markanten schwarzen Augenstreif. Sein kräftiger, spitzer Schnabel wirkt fast spechtartig. Am einfachsten erkennt man ihn an seiner Fortbewegung: Als einziger regelmäßig bei uns zu beobachtender Vogel kann er am Baumstamm oder auch an rauen Flächen kopfüber hinablaufen. (Spechte und Baumläufer klettern dagegen überwiegend nach oben und springen oder fliegen anschließend zum nächsten Ausgangspunkt.)

Der Kleiber bevorzugt als Lebensraum ältere Laub- und Mischwälder, Parks, Friedhöfe und Obstwiesen mit kräftigen Bäumen. Eichen und Buchen sind besonders wertvoll, weil ihre raue Rinde viele Verstecke für Insekten bietet und ihre Früchte im Herbst Nahrung liefern. Der Vogel untersucht Stämme und starke Äste nach Käfern, Larven und Spinnen. Im Herbst und Winter frisst er zusätzlich Nüsse, Bucheckern und andere Samen. Größere Samen klemmt er häufig in eine Rindenspalte und bearbeitet sie dort mit Schnabelhieben. Solche „Schmieden“ können wiederholt benutzt werden.

Kleiber bleiben meist ganzjährig in ihrem Revier. Ihre lauten, pfeifenden Rufe sind oft zu hören, bevor der Vogel entdeckt wird. Ein Paar kann ein Gebiet gegenüber Artgenossen energisch verteidigen. Außerhalb der Brutzeit schließen sich Kleiber dennoch manchmal lockeren, gemischten Nahrungstrupps mit Meisen und Baumläufern an.

Gebrütet wird in vorhandenen Höhlen, besonders in alten Spechthöhlen, natürlichen Baumhöhlen oder geeigneten Nistkästen. Der Kleiber meißelt seine Höhle nicht selbst. Ist der Eingang zu groß, verklebt er ihn mit einer Mischung aus Lehm und Speichel. Auch Ritzen und Unebenheiten rund um die Öffnung werden verputzt. Dieses Verhalten gab ihm seinen deutschen Namen: „kleiben“ bedeutet so viel wie kleben oder mit Lehm verstreichen. Im Inneren der Höhle verwendet er häufig trockene Rindenstücke und Blätter als Nestmaterial.

Als Nisthilfe kommt ein robuster Höhlenbrüterkasten mit einer Einflugöffnung um 32 Millimeter infrage. Je nach Bauart werden auch etwas größere Öffnungen angeboten; der Kleiber kann sie selbst verengen. Wichtig ist ein ausreichend geräumiger, stabiler Innenraum. Ein spezieller „Kleiberkasten“ ist nicht zwingend nötig. Natürliche Höhlen sind jedoch wertvoller, weil alte Bäume zugleich Nahrung, Schlafplätze und weitere Mikrohabitate bereitstellen.

Zum Schutz des Kleibers sollten alte Laubbäume, Höhlenbäume und Totholz erhalten bleiben, soweit dies mit der Verkehrssicherheit vereinbar ist. Chemische Insektenbekämpfung verringert seine Nahrungsgrundlage drastisch.

In der abwechslungsreichen Landschaft des Gessentals ist er vor allem in älteren Waldabschnitten, an Waldrändern und in baumbestandenen Grünflächen zu erwarten. Beobachter können auf die typische kopfüber gerichtete Bewegung und den dunklen Augenstreif achten.

Wer einen mit Lehm verkleinerten Höhleneingang sieht, hat wahrscheinlich sogar den Brutplatz eines Kleibers entdeckt und sollte ihn nicht stören, sondern aus respektvoller Entfernung betrachten. Bei der Beobachtung lohnt sich auch ein Blick auf Vorratsverhalten. Kleiber verstecken Samen und Nüsse einzeln in Rindenspalten und können sie später wiederfinden. Der kräftige Schnabel ist damit Werkzeug für tierische und pflanzliche Nahrung. Das charakteristische Klettern kann besonders gut an freistehenden, alten Stämmen sehen, ohne dass man sich einer möglichen Bruthöhle nähern muss.

Fachquelle zur Art: NABU-Vogelporträt Kleiber

Freibrüter

Freibrüter bauen ihre Nester frei in Bäumen, Sträuchern, Hecken oder am Boden. Entscheidend sind gute Tarnung und ungestörte, strukturreiche Lebensräume. Hecken, Altbäume, Gebüsche und naturnahe Wiesen sind deshalb für ihren Bruterfolg besonders wichtig.

ROTMILAN

Der Rotmilan (Milvus milvus) ist einer der auffälligsten Greifvögel der offenen Landschaft. Mit einer Körperlänge von rund 61 bis 72 Zentimetern ist er deutlich größer als ein Mäusebussard. Im Flug fallen die langen, schmalen Flügel, helle Felder auf der Flügelunterseite und vor allem der tief gegabelte, rostrote Schwanz auf. Der Schwanz wird ständig gedreht und wirkt wie ein Steuerruder. So kann der Rotmilan auch bei schwachem Wind scheinbar mühelos kreisen.

Die Art bevorzugt abwechslungsreiche Landschaften, in denen Waldstücke, Baumreihen oder Feldgehölze mit Wiesen, Weiden und Äckern wechseln. Gebrütet wird in Bäumen, gesucht wird die Nahrung überwiegend über offenen Flächen. Diese räumliche Verbindung ist entscheidend: Ein Wald allein bietet zu wenig Jagdraum, eine völlig baumlose Feldflur dagegen keinen sicheren Horstplatz.

Rotmilane ernähren sich vielseitig. Sie erbeuten kleine Säugetiere und Vögel, nehmen aber auch Aas auf. Häufig suchen sie langsam fliegend Felder und Wiesen ab. Nach einer Mahd können sie besonders gut an Nahrung gelangen, weil kleine Tiere dann leichter sichtbar sind. Rotmilane sind keine besonders kräftigen Jäger; oft sammeln sie Beute von der Bodenoberfläche auf oder nutzen bereits tote Tiere.

Anders als Meisen, Stare oder Feldsperlinge ist der Rotmilan kein Höhlenbrüter. Ein Nistkasten ist für ihn ungeeignet. Das Paar baut einen großen Horst in der Krone eines kräftigen Baumes, oft in einem Waldstück oder an einem Waldrand. Bestehende Greifvogelhorste können wiederverwendet und ausgebessert werden. Im Horst finden sich mitunter eingetragene Materialien, darunter auch vom Menschen stammende Gegenstände.

Für den Schutz der Art sind alte, tragfähige Horstbäume und störungsarme Bereiche entscheidend. Während der Brutzeit reagieren Greifvögel empfindlich auf wiederholte Annäherung direkt am Horst. Wandernde sollten deshalb auf den Wegen bleiben, auffällige Flugbewegungen nicht verfolgen und einen entdeckten Horst nicht gezielt aufsuchen. Eine Beobachtung des kreisenden Vogels aus größerer Entfernung ist eindrucksvoller und für die Tiere sicherer.

Auch die Qualität der offenen Landschaft spielt eine zentrale Rolle. Vielfältige Wiesen, Weiden, Brachen, Feldraine und Gehölzstrukturen bieten mehr Nahrung als großflächig monotone Nutzungen. Gefährlich können Kollisionen, illegale Verfolgung, Vergiftungen und Störungen am Brutplatz sein. Schutzmaßnahmen müssen daher den Horstplatz und den weiträumigen Nahrungsraum gemeinsam berücksichtigen.

Ein Teil der Rotmilane bleibt im Winter in Deutschland, andere ziehen nach Südwesten, unter anderem in Richtung Frankreich und Iberische Halbinsel. Das Zugverhalten kann sich je nach Alter, Region und Witterung unterscheiden.

Im Gessental und Umgebung ist die beste Chance für eine Beobachtung über den offenen Tal- und Landwirtschaftsflächen. Für die Bestimmung sollte man besonders auf den tief gegabelten Schwanz achten. Denn beim Schwarzmilan ist die Schwanzgabel deutlich schwächer ausgeprägt.

Beim Beobachten sollte man Verwechslungen berücksichtigen: Mäusebussarde besitzen breitere Flügel und keinen tief gegabelten Schwanz; Schwarzmilane wirken dunkler und zeigen nur eine flache Schwanzgabel. Junge Rotmilane können weniger kräftig gefärbt sein. Die sichersten Merkmale erkennt man im ruhigen Gleitflug. Fütterungen oder das Auslegen von Fleisch sind weder notwendig noch eine geeignete Schutzmaßnahme.

NEUNTÖTER

Der Rotmilan (Milvus milvus) ist einer der auffälligsten Greifvögel der offenen Landschaft. Mit einer Körperlänge von rund 61 bis 72 Zentimetern ist er deutlich größer als ein Mäusebussard. Im Flug fallen die langen, schmalen Flügel, helle Felder auf der Flügelunterseite und vor allem der tief gegabelte, rostrote Schwanz auf. Der Schwanz wird ständig gedreht und wirkt wie ein Steuerruder. So kann der Rotmilan auch bei schwachem Wind scheinbar mühelos kreisen.

Die Art bevorzugt abwechslungsreiche Landschaften, in denen Waldstücke, Baumreihen oder Feldgehölze mit Wiesen, Weiden und Äckern wechseln. Gebrütet wird in Bäumen, gesucht wird die Nahrung überwiegend über offenen Flächen. Diese räumliche Verbindung ist entscheidend: Ein Wald allein bietet zu wenig Jagdraum, eine völlig baumlose Feldflur dagegen keinen sicheren Horstplatz.

Rotmilane ernähren sich vielseitig. Sie erbeuten kleine Säugetiere und Vögel, nehmen aber auch Aas auf. Häufig suchen sie langsam fliegend Felder und Wiesen ab. Nach einer Mahd können sie besonders gut an Nahrung gelangen, weil kleine Tiere dann leichter sichtbar sind. Rotmilane sind keine besonders kräftigen Jäger; oft sammeln sie Beute von der Bodenoberfläche auf oder nutzen bereits tote Tiere.

Anders als Meisen, Stare oder Feldsperlinge ist der Rotmilan kein Höhlenbrüter. Ein Nistkasten ist für ihn ungeeignet. Das Paar baut einen großen Horst in der Krone eines kräftigen Baumes, oft in einem Waldstück oder an einem Waldrand. Bestehende Greifvogelhorste können wiederverwendet und ausgebessert werden. Im Horst finden sich mitunter eingetragene Materialien, darunter auch vom Menschen stammende Gegenstände.

Für den Schutz der Art sind alte, tragfähige Horstbäume und störungsarme Bereiche entscheidend. Während der Brutzeit reagieren Greifvögel empfindlich auf wiederholte Annäherung direkt am Horst. Wandernde sollten deshalb auf den Wegen bleiben, auffällige Flugbewegungen nicht verfolgen und einen entdeckten Horst nicht gezielt aufsuchen. Eine Beobachtung des kreisenden Vogels aus größerer Entfernung ist eindrucksvoller und für die Tiere sicherer.

Auch die Qualität der offenen Landschaft spielt eine zentrale Rolle. Vielfältige Wiesen, Weiden, Brachen, Feldraine und Gehölzstrukturen bieten mehr Nahrung als großflächig monotone Nutzungen. Gefährlich können Kollisionen, illegale Verfolgung, Vergiftungen und Störungen am Brutplatz sein. Schutzmaßnahmen müssen daher den Horstplatz und den weiträumigen Nahrungsraum gemeinsam berücksichtigen.

Ein Teil der Rotmilane bleibt im Winter in Deutschland, andere ziehen nach Südwesten, unter anderem in Richtung Frankreich und Iberische Halbinsel. Das Zugverhalten kann sich je nach Alter, Region und Witterung unterscheiden.

Im Gessental und Umgebung ist die beste Chance für eine Beobachtung über den offenen Tal- und Landwirtschaftsflächen. Für die Bestimmung sollte man besonders auf den tief gegabelten Schwanz achten. Denn beim Schwarzmilan ist die Schwanzgabel deutlich schwächer ausgeprägt.

Beim Beobachten sollte man Verwechslungen berücksichtigen: Mäusebussarde besitzen breitere Flügel und keinen tief gegabelten Schwanz; Schwarzmilane wirken dunkler und zeigen nur eine flache Schwanzgabel. Junge Rotmilane können weniger kräftig gefärbt sein. Die sichersten Merkmale erkennt man im ruhigen Gleitflug. Fütterungen oder das Auslegen von Fleisch sind weder notwendig noch eine geeignete Schutzmaßnahme.

GOLDAMMER

Der Rotmilan (Milvus milvus) ist einer der auffälligsten Greifvögel der offenen Landschaft. Mit einer Körperlänge von rund 61 bis 72 Zentimetern ist er deutlich größer als ein Mäusebussard. Im Flug fallen die langen, schmalen Flügel, helle Felder auf der Flügelunterseite und vor allem der tief gegabelte, rostrote Schwanz auf. Der Schwanz wird ständig gedreht und wirkt wie ein Steuerruder. So kann der Rotmilan auch bei schwachem Wind scheinbar mühelos kreisen.

Die Art bevorzugt abwechslungsreiche Landschaften, in denen Waldstücke, Baumreihen oder Feldgehölze mit Wiesen, Weiden und Äckern wechseln. Gebrütet wird in Bäumen, gesucht wird die Nahrung überwiegend über offenen Flächen. Diese räumliche Verbindung ist entscheidend: Ein Wald allein bietet zu wenig Jagdraum, eine völlig baumlose Feldflur dagegen keinen sicheren Horstplatz.

Rotmilane ernähren sich vielseitig. Sie erbeuten kleine Säugetiere und Vögel, nehmen aber auch Aas auf. Häufig suchen sie langsam fliegend Felder und Wiesen ab. Nach einer Mahd können sie besonders gut an Nahrung gelangen, weil kleine Tiere dann leichter sichtbar sind. Rotmilane sind keine besonders kräftigen Jäger; oft sammeln sie Beute von der Bodenoberfläche auf oder nutzen bereits tote Tiere.

Anders als Meisen, Stare oder Feldsperlinge ist der Rotmilan kein Höhlenbrüter. Ein Nistkasten ist für ihn ungeeignet. Das Paar baut einen großen Horst in der Krone eines kräftigen Baumes, oft in einem Waldstück oder an einem Waldrand. Bestehende Greifvogelhorste können wiederverwendet und ausgebessert werden. Im Horst finden sich mitunter eingetragene Materialien, darunter auch vom Menschen stammende Gegenstände.

Für den Schutz der Art sind alte, tragfähige Horstbäume und störungsarme Bereiche entscheidend. Während der Brutzeit reagieren Greifvögel empfindlich auf wiederholte Annäherung direkt am Horst. Wandernde sollten deshalb auf den Wegen bleiben, auffällige Flugbewegungen nicht verfolgen und einen entdeckten Horst nicht gezielt aufsuchen. Eine Beobachtung des kreisenden Vogels aus größerer Entfernung ist eindrucksvoller und für die Tiere sicherer.

Auch die Qualität der offenen Landschaft spielt eine zentrale Rolle. Vielfältige Wiesen, Weiden, Brachen, Feldraine und Gehölzstrukturen bieten mehr Nahrung als großflächig monotone Nutzungen. Gefährlich können Kollisionen, illegale Verfolgung, Vergiftungen und Störungen am Brutplatz sein. Schutzmaßnahmen müssen daher den Horstplatz und den weiträumigen Nahrungsraum gemeinsam berücksichtigen.

Ein Teil der Rotmilane bleibt im Winter in Deutschland, andere ziehen nach Südwesten, unter anderem in Richtung Frankreich und Iberische Halbinsel. Das Zugverhalten kann sich je nach Alter, Region und Witterung unterscheiden.

Im Gessental und Umgebung ist die beste Chance für eine Beobachtung über den offenen Tal- und Landwirtschaftsflächen. Für die Bestimmung sollte man besonders auf den tief gegabelten Schwanz achten. Denn beim Schwarzmilan ist die Schwanzgabel deutlich schwächer ausgeprägt.

Beim Beobachten sollte man Verwechslungen berücksichtigen: Mäusebussarde besitzen breitere Flügel und keinen tief gegabelten Schwanz; Schwarzmilane wirken dunkler und zeigen nur eine flache Schwanzgabel. Junge Rotmilane können weniger kräftig gefärbt sein. Die sichersten Merkmale erkennt man im ruhigen Gleitflug. Fütterungen oder das Auslegen von Fleisch sind weder notwendig noch eine geeignete Schutzmaßnahme.

Das Projekt wurde gefördert aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die
Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) 2023 – 2027

Name des Projektes:

Vogelschutz im Gessental

Kurzbeschreibung des Projekts:

Es werden Höhlenbrüterkästen zum Vogelschutz angebracht. Den Besuchern werden dazu Informationen an die Hand gegeben. Auf einer zweiseitigen Tafel vor Ort werden sie über die Vogelarten informiert. Ergänzende Informationen stehen über QR-Codes bereit.