Tiere sind bei der Suche nach Wohn- und Lebensraum nicht weniger anspruchsvoll als Menschen. Vor allem im besiedelten Bereich wird das Angebot an Unterschlupfmöglichkeiten jedoch immer knapper, da oft bei Modernisierungen und Umbauten Öffnungen in Dächern und Wänden verschlossen werden.

Um Tieren auf Wohnungssuche helfen zu können, sind die besonderen Ansprüche der Arten zu berücksichtigen, die sich aus ihren ursprünglichen Lebensräumen ergeben. So sind Mauersegler und Turmfalke eigentlich Felsenbrüter, die sich an ähnliche Strukturen menschlicher Siedlungen angepasst haben.

Im Rahmen der Sanierung des Turmes des ehemaligen Pfortener Rittergutes durch den Geraer Verkehrsbetrieb wurden Brut- und Wohnquartiere für gebäudebewohnende Vögel und die nachtaktiven Fledermäuse geschaffen. Neben Nistkästen für Mauersegler und Turmfalken kamen Nester für Mehlschwalben und Fledermauskästen zum Einsatz. Die Neuanlage eines naturnahen Standgewässers und der Altbaumbestand bieten ein vielseitiges Nahrungsangebot.

FRAGE: Konnten Sie die «Kobolde der Nacht« in der Dämmerung sehen?

ANTWORT: Fledermäuse sind fliegende Säugetiere und werden auch »Kobolde der Nacht« genannt. In Thüringen leben verschiedene Arten, die nachts nach Insekten jagen und sich mit Ultraschall orientieren. Tagsüber ruhen sie in Baumhöhlen oder Gebäuden. Am Ende des Naturlehrpfades finden sie im Artenschutzturm einen geschützten Rückzugsort. Fledermäuse sind faszinierende Tiere, wichtige Insektenjäger und stehen unter besonderem Schutz.