36 bis 37 Grad, so hoch stiegen die Temperaturen am 28. Juni 2026, dem Tag der offenen Gärten in der Region Gera. Insgesamt öffneten 15 Gartenfreunde ihre grünen Oasen, um Neugierige hinter den Zaun schauen zu lassen.

Palmengarten in Taubenpreskeln

Langsam aber stetig machten sich Interessierte auf den Weg. Kurz nach 10.30 Uhr trafen die ersten Gäste im Palmengarten ein. Uwe Karczmarczyk hatte eine ganz besondere Überraschung parat. Eine seiner Agave Parry hat einen Blütentrieb entwickelt. „Sie blüht nur einem, dann wird sie sterben“, weiß der Freund der mediterranen Pflanzen. Einen meterlangen Trieb mit Blüten, die in Kürze erblühen musste er stützen. Der Agave sieht man bereits an, dass sie bald sterben wird, einige Blätter sind bereits ohne Leben. Dafür hat Uwe Karczmarczyk neues Leben in seinen Garten geholt. In einem Terrarium zeigt er drei Streifenhörnchen, denen es sichtlich gut geht. Flink rasen sie durch das Gehege und verstecken sich wieder. In seinem „Klein Italien“ stehen 14 Freilandpalmen, Agaven, Yucca und Aloe. Die weißen Säulen und Balustraden, die den Garten zieren hat er selbst geschaffen. In all den Jahren hat er es geschafft, selbst in harten Wintern, seine Palmen mit Schutzbauten vor Kälte zu bewahren.

Vollmershain

Vor ein paar Jahren öffnete Christoph Schwabe erstmalig seinen Garten in Posterstein. Jetzt, nachdem er am 6. Mai 2025 im Alter von 90 Jahren verstarb, öffnete seine Frau Ulrike Haase diese grüne Oase am Tag der offenen Gärten. Christoph Schwabe hat hier ein kleines Refugium geschaffen. Der untere Bereich, getrennt durch eine Steinmauer, gehört der Kunst. Skulpturen und ein Ausstellungs-Gartenhaus mit der bildlichen Umsetzung der Psalmen Davids, wie sie Heinrich Schütz vertonte, laden zur Betrachtung ein. Den anderen Bereich bildet einen romantischen Blumengarten mit Seerosenteich und Gartenpavillon. In jeder Ecke befinden sich lauschige Sitzecken, die ja nach Sonnenstand genutzt werden können.

Kräutergarten Posterstein

Auf den Weg durch die Gegend konnten die Besucher auch eine Station in Posterstein auf dem Kunst- und Kräuterhof Martin einlegen. Eine idyllisch gelegene Fläche wird umrahmt von einem Vierseitenhof. Daran schließt sich eine große Grünfläche, die Blumen und Kräuter für die Workshops liefert, die Bettina Martin neben ihrer Kunstschule anbietet. Im ihrer Kunstwerkstatt entstehen Zeichnungen und Skulpturen. Aus Rosenblättern lässt sich Rosenwasser oder Rosenbutter herstellen, weiß sie und zeigt den Rosenbusch mit duftenden Blüten, der leider bereits verblüht ist. Der Kräutergarten hat enorm durch die Hitze gelitten. Rosmarin und die anderen Gewürze konnten sich sicher durch den Regen der Folgetage wieder erholen. Das Fachwerk, der Backofen, die Kunstscheune und eine Bauernpension gehören zum Kräuterhof. In den kleinen Fachwerkkammern können zwei Personen die Nacht inmitten eines romantischen Bauernhausen verbringen. Ein Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wer Lust hat, kann die oberhalb des Hauses gelegene Burg Posterstein besuchen und die Zeit des Mittelalters besichtigen.

Traumgarten Ronneburg

Eine wirklich faszinierende Idylle hat sich Sandra Körner in Ronneburg geschaffen. Die ganze Fläche hinter dem Haus hat sie einen Traumgarten verwandelt. Schmale Wege durchziehen die farbigen Blumenbeete, umrahmt und geschmückt mit Gartendekoration. Sie, als Besitzerin der Schatzliste in Ronneburg, weiß was schön ist. Überall verteilt findet man abgegrenzte Ruheplätze, die auch gern von den Gästen gern benutzt wurden. Neu ist eine Sitzecke mit dem Namen „Klein Italien“ hier gedeihen mediterrane Gemüsearten in Pflanzkästen. Nach einem kleinen Imbiss konnte man gestärkt zum nächsten Garten aufbrechen.

Gartenparadies Kaimberg

Kay-Uwe Walther freut sich sehr über Besucher, die seinen Garten in Kaimberg kennenlernen möchte.  An diesem zog er wohl lieber seine Badetonne mitten im Garten vor. Doch die gesamte Zeit konnte er nicht darin verbringen, denn es kamen einige Gäste, die ihn „störten“. Denen zeigte er seine kleine Pflanzenbörse, die Avave, die seltenen Bäume, die Fische im kleinen Teich und seine Schildersammlung. Das Stationsschild „Gera-Ost“ oder „Gera-Hauptbahnhof“ sind dabei seine Favoriten. Auch konnte man sich mit selbstgebackenen Kuchen und eine Tasse Kaffee stärken.

Das Fazit sieht etwas gemischt aus. Einige Gärten verzeichneten viel Besuche, wie etwa Ingo Giebner in Hirschfeld mit seiner Schildkrötenfarm. In Vollmershain war es eher verhalten. Der Bändchenverkauf in den Eingangsgärten blieb zu den Vorjahren zurück. Die tropischen Temperaturen ließen viele Interessierte in ihren kühleren Gefilden beharren. Das Wetter unterliegt nun leider nicht der Planung. Im Jahre 2027 wird der Tag der offenen Gärten wieder in den ersten Juniwochen liegen. Ob Regen oder Sonnenschein, die Gartenbesitzer und die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder freuen sich bereits darauf. Ganz besonderer Dank geht an die Projektverantwortliche unseres Vereins, Steffi Reinhardt, die bis einen Tag vor der Veranstaltung noch einmal alle Gärten besucht hat und Eintrittsbändchen und Flyer zur Verfügung stellte – und das bei diesen Temperaturen, Hut ab!