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Reges Baugeschehen auf dem Kornmarkt

Vor einiger Zeit wurde in dieser Zeitung über die Aktion "Platz machen" auf dem Kornmarkt berichtet. Der Buga-Förderverein als Erhaltungs- und Verschönerungsverein lässt Taten folgen. Auf dem Fahrweg von der Florian-Geyer-Straße zur Jüdengasse wurden vier Pflanzkübel aufgestellt. Ziel ist es, den Durchgang zu Markt völlig verkehrsberuhigt zu gestalten. Ummittelbar nach der Ankündigung begannen die Arbeiten am Färberbrunnen auf dem Kornmarkt. Im Jahre 1984, als in Gera die Arbeiterfestspiele der DDR stattfanden, wurde der von Volker Beier geschaffene Brunnen eingeweiht. Seit 2009 sprudelt hier schon kein Wasser mehr, doch das soll sich ändern. Seit dem 22. Juli wird hier gearbeitet. Die Bronzeskulptur, die einen Färber mit einem großen Tuch bei der Arbeit zeigt, befindet sich zur Reinigung und Aufbereitung bei einer Metallbaufirma in Bieblach. Die Sandsteinumrandung erhielt eine Grundreinigung durch Wasserstrahl und Chemie.

Eins wurde bei der Demontage schnell klar, alle Befestigungselemente, Platten und Streben sind nicht mehr gebrauchsfähig. Hier muss alles erneuert werden. Der Sockel für die Skulptur soll aus Edelstahl entstehen und eine leichtere Demontage ermöglichen. Nach den ersten Schätzungen werden diese Arbeiten die veranschlagte Summe von 15.000 Euro beträchtlich nach oben treiben. "Mit Überraschungen muss man bei so einem Objekt immer rechnen", meint Tobias Friedrich, der 1. Vorsitzende des Buga-Fördervereins. "Wir halten an unserem Ziel fest, dass der Brunnen mit Beginn des Höhlerfestes wieder sprudelt. Gerade im zwanzigsten Jahr unseres Bestehens möchten wir zeigen, dass wir uns auch viele Jahre nach der Buga nachhaltig für die Stadt einsetzen."

Anfang August konnte mit den Tiefbauarbeiten zum Versorgungsschacht begonnen werden. Der Fachdienst Stadtgrün der Geraer Stadtverwaltung hat diese Leistung übernommen und unterstützt von Seiten der Stadtverwaltung die Initiative des Buga-Förderverein. Die Freilegung erwies sich komplizierter als gedacht. Die Tiefbauer stießen auf "fetten" Beton, der Stück für Stück abgetragen werden musste. Jetzt konnte mit der Demontage der verschlissenen Rohre und Zuleitungen begonnen werden. "Mehrere Kernbohrungen für die neuen Rohre werden den noch vorhandenen Pumpenschacht mit dem Brunnen verbinden", beschreibt Roberto Frenzel von der Pumpen Wolf Ostthüringen GmbH die derzeitigen Arbeiten. Man liege gut im Plan, ist von Projektleiter Hans Steiniger zu erfahren. Der Ruheständler ist Mitglied im Buga-Förderverein und war 40 Jahre in der Baubranche tätig. Gern kümmert er sich um die Bauüberwachung. Als ehemaliger Bauleiter beim Hoch- und Tiefbau macht sich der Vorstand des Vereins dessen Erfahrungen zu Nutze und hat Hans Steiniger diese Aufgabe übertragen.

Finanzielle Unterstützung erhielt der Verein von der Landesregierung. Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee informierte sich vor Ort über die Fortschritte bei der Wiederinbetriebnahme des Brunnens und übergab Lottomittel in Höhe von 3.000 Euro zur Förderung des Projektes. In diesem Zusammenhang bezeichnete Tiefensee das Engagement des Buga-Fördervereins als vorbildlich. "Der Verein existiert, und das ist lobenswert, weit über die Zeit der Bundesgartenschau hinaus und packt gerade dort an, wo sonst immer nur gemeckert wird." Oberbürgermeister Julian Vonarb verwies auf das, was der Buga-Förderverein mit "Platz machen" auf dem Kornmarkt angestoßen hat. Es sei ein Prozess über Jahre, der gemeinsam mit den Anrainern, dem Verein und selbstverständlich mit der Stadtverwaltung gestaltet werden wird, um den Kornmarkt wieder zu dem zu machen was er sein sollte: "Eine Fußgängerzone in der guten Stube Geras."

Bis zur Wiedereinweihung ist noch einiges zu tun. Eins steht jedoch heute schon fest. Mit einem funktionstüchtigen Färberbrunnen erhält Gera die neue und alte Attraktion für Touristen und Einheimische zurück.

aus Neues Gera vom Wolfgang Hesse

Der Färberbrunnen wird bald wieder sprudeln