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Vielfalt Bauerngarten

- vom Gartenwettbewerb zwischen Weißer Elster und Pleiße zu Bauerngartenrouten

Der traditionelle Charakter der Dörfer wird durch Bauernhäuser und Bauernhöfe, dörfliche Gemeinschaftsgebäude und natürlich auch von Gärten geprägt. Bauerngärten oder besser ländliche Gärten sind und waren Ausdruck regionaler Traditionen, dem Wohlstand und Status ihrer Eigentümer. Sie sind Bestandteil einer ausgeprägten Nutzungskultur unserer Dörfer. Der ländliche Garten war vor allem für die Selbstversorgung bestimmt. Gemüse, Kräuter und vor allem Blumen prägen das Bild.

Ländliche Gärten mit den traditionellen Nutzungen sind an bäuerlichen Gehöften und einfachen Landhäusern bis heute zu finden. Die Vorstellungen haben sich jedoch immer wieder gewandelt, gab es Zeiten, wo jeder Goldlack und Levkojen, Löwenmaul und Astern zog oder solche, in denen sich Hortensien und Dahlien oder Rittersporn und Rosen behaupten konnten. Ursprünglich als Heilkräuter und Gewürze angepflanzte Blumen werden mehr und mehr zur Zierde angebaut.

Durch den zunehmenden Strukturwandel auf dem Lande sowie das Verschwinden der bäuerlichen Landwirtschaft verändert sich auch die Nutzung der Gärten zusehends. Auch die Industrialisierung und Entwicklung der Wissenschaften bewirkten Einschneidendes. So wurden beispielsweise durch das Erscheinen von pharmazeutischen Produkten mehr und mehr die Heilkräuter in den Bauerngärten überflüssig. Ausdruck dessen ist eine Vereinheitlichung des Pflanzenbestandes und eine durch Rasenflächen bestimmte Gestaltung des Gartens. Damit geht nicht nur der Artenreichtum und ein Stück Regionalität, sondern auch die einst typischen Ortsbilder verloren. Der Erhalt von ländlichen Gärten oder Bausteinen desselben ist zweifelsohne eine Möglichkeit, den Dorfcharakter zu wahren und die regionale Verbundenheit zu stärken.

Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera nahm das Thema ländlicher Gärten auch im Hinblick auf die Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg auf und begleitete das Projekt "Ländliche Bauerngärten" in der Umsetzung federführend.

Weitere Partner der Wettbewerbe waren:

  • BUGA 2007 GmbH 
  • Verwaltungsgemeinschaft Länderdreieck
  • Agrar- und Freilichtmuseum Blankenhain
  • Staatliches Amt für ländliche Neuordnung in Oberlungwitz
  • Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen
  • Ingenieurbüro für Planung und Umwelt in Erfurt

Am 31. März 2004 startete der Minister Herr Dr. Volker Sklenar im Rittersaal des Ronneburger Schlosses den 1. Bauerngartenwettbewerb und übernahm die Schirmherrschaft. Am 8. April 2005 war die öffentliche Anerkennung des Projektes "Vielfalt Bauerngarten" als offizielles Begleitprojekt der Bundesgartenschau 2007 Gera und Ronneburg im Geraer Rathaus. Projektträger ist unser Verein.

Das Interesse an den Wettbewerben war hoch und übertraf die Erwartungen. Insgesamt bekamen wir 81 Zuschriften im Jahr 2004, 49 im Jahr 2005 sowie 46 Bewerbungen im Jahr 2006. Alle Gärten wurden vor Ort besichtigt und bewertet, wobei das Spektrum von typischen Bauerngärten und wunderschönen Steingärten bis fast schon zu "Brennnesselwiesen" reichte.

Aus den insgesamt 183 Teilnehmern der Jahre 2004 - 2006 wurden 40 Bauerngärten prämiert. Entlang der schönsten Gärten entstanden in Verbindung mit dem BUGA-Begleitprojekt "Wege in die Neue Landschaft" zwei  Bauerngartenrouten. Diese Routen waren nicht nur für die Besucher der BUGA gedacht, sondern sollten auch danach den ländlichen Raum interessant machen.

Weitere Infos unter http://www.bauerngartenroute.de/ .