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Grenzsteine im Gessental

Das Gessental mit seinen Wiesen und Wäldern verbindet die beiden Kernzonen der Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg. Am Rande des idyllischen Weges, der durch das landschaftlich reizvolle Tal führt, befinden sich in den Fluren der Gemarkungen Grobsdorf, Thränitz und Gessen historische Grenzsteine, die einen Teil der Vielstaatlichkeit Thüringens in der Vergangenheit widerspiegeln. So verliefen an dieser Stelle einst die Grenzen zwischen dem Großherzogtum Sachsen-Weimar, dem Herzogtum Sachsen-Altenburg und dem Königreich Sachsen. Unter den aufgefundenen Grenzsteinen aus Sandstein befinden sich auch zwei so genannte "Dreiherrensteine", an denen die jeweiligen Grenzen von drei Eigentümern zusammenlaufen. Unser Verein hatte sich der Erhaltung dieser historischen Steine verschrieben und das entsprechende Projekt "Grenzsteinweg" ins Leben gerufen. Mit Unterstützung der Dienststelle Gera des Katasteramtes Zeulenroda, dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera und nicht zuletzt den durch den Verein gewonnenen Spendern wurden die Steine neu gerichtet und von einem heimischen Steinmetz aufbereitet. Dabei wurden beispielsweise zerstörte Grenzzeichen neu aufgebaut, andere von Moos und Ablagerungen befreit und entsprechend behandelt. Natürlich wird dem Alter der Steine Rechnung getragen, so dass sich an dem Charakter der historischen Steine auch nach deren "Jungfernkur" nichts geändert hat.

Auf Grund der räumlichen Lage ist dieses Projekt eng mit dem "Naturlehrpfad Gera-Süd " verknüpft, der im Rahmen eines weiteren Projektes unseres Vereins zusammen mit der Stadt Gera wieder zum Leben erweckt wurde.

Dank der Bereitschaft einiger Spender konnte im Jahr 2004 mit dem Projekt Grenzsteinweg im Gessental begonnen werden.

Mit Unterstützung des Katasteramtes in Gera wurden im Herbst 2004 schief stehende Grenzsteine im Gessental gezogen und neu ausgerichtet sowie von störendem Unterholz befreit.

 

Mitarbeiter des Katasteramtes richten die Grenzsteine vor Ort

Transport der Grenzsteine zum Steinmetz

Für den Aufbau eines Grenzstein-Lapidariums in der Nähe der Bahnunterführung wurden fünf weitere historische Grenzsteine aus dem Raum Meiningen sowie Altenburg von der Katasterbehörde zur Verfügung gestellt. Sie belegen in einem kleinen Abriss die Vielstaaterei in Thüringen.

 

Steine nach der Säuberung
Schriftzeichen werden erneuert

Dank der finanziellen Unterstützung des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera sowie des Rotary Clubs Altenburg wurde der Platz, auf dem nun das Lapidarium errichtet wurde, völlig neu gestaltet. Es wurden Bäume gepflanzt, Bänke aufgestellt und Fahrradständer montiert. Es ist wieder ein Kleinod entstanden, das Wanderer, Fahrradfahrer und andere Gäste zum Verweilen einlädt.

Mit dem Grenzsteinweg und dem Grenzstein-Lapidarium sind Orte der Information und Wissensvermittlung für Besucher und Wanderfreunde entstanden.

Die feierliche Einweihung des Grenzsteinweges und des Grenzsteinlapidariums erfolgte am 23. März 2007.

Wir bedanken uns auch bei:

Firma Poßögel & Partner, Straßen- und Tiefbau GmbH, 07629 Hermsdorf,

R & B Massivhaus GmbH Silvio Rümmler, 04600 Altenburg,

Dipl.-Ing. (FH) Dieter Seidel Vermessungsbüro, 07922 Tanna,

Frau Kerstin Kramer, 07557 Sirbis,

TGZ Technologie- und Gründerzentrum Gera GmbH, 07549 Gera,

Ingenieur- und Vermessungsbüro Kramer GmbH, 07549 Gera,

Thüringer Ministerium Bau und Verkehr, 99096 Erfurt,

DVW Thüringen e.V., 99086 Erfurt

Steinmetz Hans-Karsten Luckner, 07580 Seelingstädt

 

 

Bau- und Verkehrsminister Andreas Trautvetter hatte sich am 06. Februar 2007 über den Ausbauzustand des Grenzsteinweges informiert.